Reisegeschichten zu Konzerten und anderen Veranstaltungen

Bon Jovi, Tallinn Festival Grounds, 2. Juni 2019. It`s my life!

Es gibt Musik, die hört man halt so gern. Im Radio. Rauf und runter. Mal ein Hit in den Charts. In der Disse. Halt einfach gern oder weil sie sowieso präsent ist. Aber jetzt so nicht weiter. Halt nett, halt schön. Das war es dann auch.

Und irgendwann hilft Dir mal ein Lied in einer Zeit. Dann rückt die Musik mit deren Künstler auf einmal sehr schnell näher. Ich beschäftige mich dann immer auch intensiver mit den Texten der Songs, die mich in solchen Phasen tragen.

Für mich habe ich damit entdeckt, dass die Musik von Bon Jovi alles andere als nur schnöder von mir bisher eingeordneter Glamrock ist und der Spirit der Musik umwerfend positiver Lebensenergie ist. Und das so ziemlich durchgehend durch das ganze Repertoire. Es sind diese kleinen, simplen poetischen Textzeilen, die den positiven Lebenssinn und Motivation für Kraft so einfach auf den Punkt bringen und einen damit schnell erreichen und beeinflussen.

Wer solch eine Musik komponiert, deren Persönlichkeit ist es auch wert, sich ein wenig tiefer mit ihnen zu beschäftigen und mal vor Ort persönlich anzusehen. Und das ist auch das Schöne an den fordernden Phasen im Leben: Es fällt bestimmt mindestens ein feiner Konzert-Trip irgendwann später mal dafür ab. So habe ich mir das eingerichtet. Muss sich ja auch alles auch fürs Vergnügen lohnen, was man so an Lebenserfahrung sammeln darf 😀

Erst seit 2016 bin ich also „richtiger“ Bon Jovi Fan. 2019 sollte es für mein allererstes Bon Jovi Konzert endlich soweit sein. Auf dem Europa-Tourplan habe ich mir Tallin rausgesucht. Weil ich zum einem das Land Estland noch nicht kenne und ich das Konzertgelände Tallinn Festival Song Grounds äußerst reizvoll fand. Kein Stadion, sondern ein Festivalgelände mit einer wunderschönen Gelände-Architektur, zudem am Meer gelegen. Und nach Moskau (nur Stadion) ist Tallinn erst das 2. Konzert ihrer Europatournee. Das ist ja perfekt! Drumherum habe ich mir eine Radtour von Riga, Lettland nach Tallin gebastelt. Und eine kleine stage-challenge hatte ich auch vor… Beste Bedingungen also mal wieder für eine schöne Konzert-Tour!

Who says you can`t go home?

„I spent twenty years trying to get out of this place
I was looking for something I couldn’t replace
I was running away from the only thing I’ve ever known“

Einer der Songs, der meine Lebenslinie sehr, sehr trefflich beschreibt, ist Who says you can`t go home. Der Text handelt von einer Flucht von seinem Heimatort und der Suche nach etwas, was man nicht in der Ferne findet, wenn man es und sich nicht selbst zu Hause gefunden hat.

Jon Bon Jovi sang den Song in einer Version mit der US-Pop-Country Sängerin Jennifer Nettles für den Support nach der  Unwetterkatastrophe des Hurrikans Sandy 2012. Wie wärs also mal mit einem Duett auf der Bühne und ihm nicht nur für diesen Song zu danken? Ich fand die Idee für eine stage-challenge vorzüglichst. Das Lied ist bei Konzerten auch eine Nummer, bei der Jon weibliche Fans für ein Duett auf die Bühne holt. Meist ist das Lied aber nur auf Setlists von US-Arena-Touren. Ziemlich unwahrscheinlich also, dass das Lied zudem in Tallinn überhaupt kommen wird. Aber wirklich egal. Der Spaß, der Traum und die Mission zählt. Und so hübsch wie Jennifer schaff ich sowieso!

In meinem Kontaktkreis über meinen Job kannte ich bisher nur übers Netz Susann Schönfeld, eine klasse Sängerin aus Nürnberg, die mit ihrer unvergleichlich positiv beeindruckenden Persönlichkeit auch Gesangsunterricht gibt. Hervorragend, genau die Richtige für mich! Die muss ich endlich auch mal näher kennenlernen.

Davor ging`s aber erst mal ans Text lernen…

Schloßgarten Erlangen

Mir ist es schlicht unbegreiflich, wie man als Sänger so viel Liedetexte verinnerlichen und auf der Bühne abrufen kann…ich brauchte für diesen durchaus überschaubaren Songtext Wochen…. WOCHEN!

Nürnberg Stein: Die Proben

Aber dann… Nachdem ich 98% textsicher war, ging es in die Proben für Stimm- und Atemtechnik und Bühnenperformance mit Susann. Wir hatten uns geschmeidig bei Anna-Laura Laschinger in ihrer Tanzschule Königskind11 für Profibedingungen eingemietet. Also wenn schon, dann richtig!

Schon alleine für diese wundervoll bereichernden Begegnungen mit Susann und die fantastischen Abende und eine neue Freundschaft mit ihr lohnte sich bereits alles! Die Reise zum Konzert war da schon wirklich nur noch Zugabe.

Ich hatte definitiv noch nie einen BH im Reisgepäck. Danke, Geli!

Riga
Keep the faith

Ich such mir bei solchen Solo-Trips immer die günstigsten Hostels aus. Ehrlich robuster Empfang, Mehrbettzimmer, Etagenbett. Immer interessante Leutchen aus aller Welt. Mehr brauch ich nicht.

Was mir mit den Jahren allerdings aufgefallen ist, dass in den touristisch frequentierten Städten Menschen dort nicht nur für eine Reise übernachten, sondern tatsächlich leben. Schon seit Jahren! Weil sie sich eine Wohnung in ihrer eigenen Stadt nicht mehr leisten können und privater Wohnraum auch immer knapper wird (Danke an uns AirBnB-Nutzer!). Oder sozialer Wohnungsbau jeweils vielleicht dort wie andernorts im Arsch ist. Nachdenklich macht es jedoch schon zu sehen, wie Menschen mit einer Hand Habseligkeiten in einem Mehrbettzimmer ohne groß Privat- und Intimsphäre tatsächlich wohnen. Über mir im Stockbett wohnte Ibrahim aus Riga. 25, superherzlich. Wir tauschten uns aus und ich erzählte ihm von meinem Reisegrund. Schwupps. Er klappte sein Notebook auf, zack auf YouTube und den Clip zum Song Keep the faith aufgerufen. Wie ein Mantra hat er dabei mitgesummt und mir ein wenig aus seinem Leben erzählt. Was Musik bedeutet und Lieder von einem Künstler auf der ganzen Welt so vielen Menschen Kraft gibt, sich ihren Mut und Glauben zu behalten. Immer wieder beeindruckend… Eine sehr berührende Begegnung zum Start meiner Reise.

Riga hatte ich mir nur für einen Abend bei einem Stadtrundgang auf eigene Faust gegeben. Schon ein schönes Städtchen, die Altstadt jedoch natürlich schon sehr touristisch.

Das Haus mit den ganzen Wappen der Gemeinden in Lettland

Der Stadtkanal

Abendbrot mit einem Seidla am Fluss Düna

Am nächsten Morgen ging es dann ums Eck zu einem Fahrradhändler. Aus einem Stapel Schrotträder hatte ich dieses hübsche Ding erspäht und rausgezogen: Eine lettische Gazelle! Fragt nicht nach dem Preis. Völlig bescheuert. 100 Stecken. Und ich habe es noch von 130 runtergeschafft. Keine 30 Euro wert. Empfehlung daher aus Erfahrung: Man kann durchaus das Internet mal vorher zur Reiseplanung nutzen und sich ein paar bessere Gebrauchte von privat vorab zur Verabredung rauspicken. Wissen und machen sicherlich die meisten. Ich das nächste Mal auch. Ok, ich habs zumindest vor.

„Uz redzēšanos (Auf Wiedersehen) Riga!“ Ich hätte nicht gedacht, dass dieser Gruß mich so schnell nochmals einholt….

Attacke jetzt also! Mit dem Zug erst mal raus aus Riga. In Saulkrasti habe ich dann eingesetzt.

Ca. 300 km sind es nach Tallinn

Nach Pärnu geht es mit dem Rad, so wie man es auf der Karte erahnen kann: Geradeaus. Immer geradeaus am Meer entlang. Hier und da ne klitzekleine Kurve. Aber in der Regel geradeaus der Nase lang. Ohne Berge. Meist Schnellstraße und ganz selten ein Radweg. In der Regel gibt es den natürlich nur in Orten. Auf den ersten 60 km hatte ich das Glück von wenig Verkehr. Radler habe ich keine getroffen. Wer ist auch so bescheuert und fährt ne Schnellstraße nach Tallinn? Nur die lettischen Rehe hatten somit das Glück, meine Gesangsübungen zu erhaschen…

Das erste Mal am Meer. Schon immer wieder speziell…

Ein paar Kilometer vor Salacgrīva (40km mit Zug, 60km mit Rad unterwegs von Riga) hatte ich bei einem Bauernhof meine erste Couch bekommen.

Eine richtig schöne Rumpelhütte!

Die Nächte waren Mitte Mai hier noch ziemlich frisch. Und irgendwann bemerkte ich dadurch in der Nacht. Ja, Halleluljah! Ich hab meine Jacke im Hostel hängen lassen! Och, neee…

Also nächsten Morgen die 60+40km wieder geradeaus nach Riga. Und wieder 40+60km am selben Tag geradeaus zurück. Ich kannte den Weg…

Bilder aus Riga und Radweg kennt Ihr ja schon. Hab ich nicht nochmals welche gemacht. Es war aber auch gut, nochmals zurückzufahren. Denn Radkleidung hätte es unterwegs sicher keine gegeben.

Zurück erneut. Dann dieses Mal noch gleich nach Salacgrīva reingeradelt und bei der Couchsuche Mārtiņš Baķis kennengelernt. Er hatte zwar privat die Bude voll und keine Couch für mich. Aber seine Firma hat er mir noch schnell gezeigt. TP Kastes, ein kleiner, feiner Betrieb, der Flight Cases zum Transport von Konzertequipment herstellt.

Und er hat mir seine Nachbarn ums Eck für die Couchsuche empfohlen. Dagnes mit seiner Frau und seinem Sohn Christopher. Wir hatten einen wunderbaren Abend bei gegrilltem Fisch auf der Veranda. Danke! <3

Am nächsten Morgen hatte ich noch das 4. Heringsfest Salacgrīvas besucht.

Am Vorabend hatte ich bei einer Pause zufälligerweise vorm Kulturheim gebremst und die Damen auf der Bühne bei ihrer Gesangsprobe erlauscht. Ich hatte Anfangs meiner Tour die verwegene Idee, ein Video zu schneiden, bei dem Letten, Esten und wer mir sonst noch so vor die Linse kommt, ein Stück zu Livin on a Prayer singen zu lassen. Ich hab an der Tür des Probenraumes geklopft, ein wenig zugehört und dann leicht euphorisch mal angefragt, ob sie drauf Lust hätten. Ich hab dann die Idee aufgrund ihrer kurz gefassten Antwort dann doch irgendwie endgültig verworfen… Bon Jovi liegt in Lettland zudem bei einer Folkloregesangsgruppe nicht im Trend. Hätte sich jeder vorstellen können. Ich nicht.

Da unten gabs die Heringe!

Tschüss, Salacgrīva! Es war berührend schön bei Euch! So schön, dass man mit 1,2 Freudentränen wegradelt. Hätte ich die Jacke nicht vergessen und wäre 1 Tag früher hier durchgebrettert, wäre es nicht so geworden, wie schön es kam. Immer alles gut für etwas!

Ainažu

Ich kann nicht nur Schnellstraße. Nach Ainažu ging es endlich mal vom Highway runter.

„Urā“ sagte dann der Lette, „Hurra“ der Franke: Staatsgrenze zu Estland erreicht!

Ich war ja quietschvergnügt an diesem Tag, machte noch von vorne bis hinten Fotos von diesem unkontrollierten, ehemaligen Grenzübergang und – jetzt kommts – vor lauter Enthusiasmus hatte ich keinen einzigen Blick mal auf diese schöne Informationstafel geworfen, an der ich sogar mein Rad anlehnte. Das muss man wirklich so schaffen…

Links oben hätte mir das Symbol bereits signalisiert: „Grüß Dich Radlfreund in Estland! Hier fängt Dein Radreiseerlebnis so richtig an! Genau hier stehen alle Infos und Tipps für Dich, die Du für Deine gelungene Tour auf einem der schönsten Radwege Europas brauchst!“

Die Route führt links am Meer entlang und erstreckt sich über drei Inseln. Bis dann der Radweg von links oben nach Tallinn reinführt. Eurovelo 10!

So in etwa:

Bestimmt wunderbar schön, oder? Zeit hätte ich ausreichend gut gehabt. Ich bin jedoch über Pärnu einfach geradeaus die Schnellstraße hoch. Jawoll. Einfach gerade hoch gebrettert. Meine Reiseplanung teilte mir damit halt mit: Da musst Du halt nochmal hin!

Dann wird es eben für diese Tour anders…

Bis nach Pärnu ging es herrlich am Meer entlang. Meine tapfere, zuverlässige Gazelle… Obwohl es schon ne ziemlich harte, unkomfortable Nummer war: Ich lernte ihre baltische Zuverlässigkeit lieben.

Und was erspähten da meine Augen vor mir: Tatsächlich zwei Radler! Die ersten überhaupt. Wir bremsten am nächsten Supermarkt und kamen ins Quatschen. Diana und Leonardo kommen aus Kulumbien und machen seit 2017 eine Weltreise. Per Rad. Grandios!

Nachdem sich Leonardo erkundigte, woher ich komme, kam im besten kolumbianischem fränkisch: „Ah, 3 im Weggla“ und noch ein paar Bringer. Leonardo, Meister der Grimassen, hatte vier Jahre mal in „Fädd, na frahli“ gelebt. So witzig die beiden. Und so beeindruckend deren Tour zu erfahren. Der Weltatlas, Seite 1, Übersicht „Erde“ ist deren Reiseroute. Das muss man mal bedenken: Nur noch aus der Satteltasche auf zwei Rädern organisiert zu leben. Bei Wind, Wetter und verschiedenen Jahreszeiten quer über den Globus unterwegs zu sein. Einfach Wow…

Die beiden hatten auch Tallinn als Ziel. Wir haben uns dann jedoch verabschiedet und sind getrennt weitergeradelt.

Pärnu. Eine wichtige Hafenstadt Estlands und Seebad. Schön. Aber es fing an zu regnen. Fast den ganzen Tag.

Der aufmerksame Leser weiß: Nach Pärnu lies der Radreisende die Eurovelo 10 ja links liegen und nahm die Schnellstraße nach oben. Und die war jetzt ne richtige Schnellstraße. So richtig frequentiert. Mit richtig fettem Schwerlastverkehr. A Draum. Aber selber schuld. Und es schiffte. Und schiffte…

Noch schöner als Tankstelle: Eine Schule, irgendwo in Estland. Mit Sessel. Geöffnet zur EU-Wahl

Irgendwann am Nachmittag erbarmte sich das Wetter. Und es konnte weitergehen. Wie immer geradeaus! Mit den Kilometern kommt man tatsächlich in so einen Tunnel. Da will man nur noch km machen…. 120 km waren es dann noch. Einfach geradeaus und flach. Vorteil: Man muss nie dran denken, wo man abbiegen muss. Am schönsten Nationalpark Estlands habe ich natürlich nicht Station gemacht, der auf dem Weg gelegen wäre. Woher sollte ich denn das wissen?! Merke. Nicht nur Konzerte sind wichtig, bei einer Reise zu planen. Sondern durchaus auch die anderen schönen Dinge des Landes noch ein wenig auf dem Weg besser mit einzuplanen…

30 km vor Tallinn, nachts um 11 wurschtelte ich mich verregnet durch einen Vorort in Richtung eines Campingplatzes. Es war schon besserer Vorstadtcharakter mit Einfamilienhäuschen. So mit Porsche Cayennes & Co. Da rechnete ich sowieso nun nicht mehr unbedingt mit einer Couch, zudem auch nachts. Und ich war auch platt. Campingplatz war richtig.

Ein junges Paar Mitte 20 war noch spazieren. Ich fragte sie nach dem Weg. In einem charmanten Beisatz natürlich auch die Frage an die beiden nach `ner Couch. Sigrid, selbst Couchsurferin rief ihre Mutter an. „Klar kein Problem“. Ein Vorstadt Pipi Langstrumpf Hàuschen. Mit Hund, Katze. Ohne Porsche Cayenne. Schön warm geduscht. Glückselig geschlafen.

Danke! <3

Nächster Morgen. Wir verabschiedeten uns und ich fuhr auf die Piste Richtung Tallinn. Nach der Schnellstraße kommt in Hauptstadtnähe was? Die Autobahn, richtig. Da darf man unfassbarer Weise drauf radeln.

Ich mach beeindruckt ein Foto von meiner Avenida des heutigen Tages. Und wen sehe ich gerade in diesem Moment auf dem Display? Diana! Ich fass es nicht! Was für ein Zufall 3 Tage und 200km später auf die Minute! Sie hatte Leonardo seit dem Vortag verloren. Ich radelte mit ihr weiter und wir trafen dann auch wieder ihren Mann noch vor Tallinn. Schön!

Leonardo!

Wir sind in Tallinn. Diana hatte eine kolumbianische Flagge am Rad. Und das war schon beeindruckend: Südamerikaner verbinden sich überall. Das probiere ich bei meiner nächsten Auslandstour auch auf jeden Fall mal aus, was mit dem Frankenrechen und Deutschlandfähnchen so geht…

Wir hatten dadurch vor der Altstadt Jacobina kennengelernt, mit der wir uns für später verabredeten und uns mit ihrem Freund zum Mittagessen einlud und bekochte. So herzlich schön und gastfreundlich!

Rein in die Altstadt Tallinns und kurz durch. Zugegeben: Die historische Altstadt ist baulich schon wirklich hübsch hergerichtet. Das wissen jedoch aber auch zigtausende andere Touristen und abendliches Partyvolk, die aus aller Welt täglich in die Altstadt einfallen. Tallinn hat einen riesengroßen Hafen mit Kreuzfahrtverkehr und Fährverbindungen aus Skandinavien und Russland und sonst woher. Mir war es definitiv too much und zudem reichlich überteuert.

Das hier war aber schön:

Ich hab die beiden dann noch zur Fähre begleitet, da sie gleich weiter Richtung Russland reisten und mich dann erst mal zur für mich wirklich wichtigsten Sehenswürdigkeit Tallinns zur Lageinspektion aufgemacht: Dem Konzertgelände.

Bestimmt in ein paar Tagen sehr schön dort….

Durch meine Abkürzung hatte ich jetzt eine Runde mehr Tage, die ich in Tallinn verbrachte und auch Radtouren in der Gegend unternahm.

Eine der wenigen Momente früh am Morgen, in der nur sehr wenige Menschen in dieser Gasse Tallinns schlenderten. Und: Souvenirladen, Souvenirladen, Souvenirladen…

Vom Aussichtsturm der Olaikirche hat man einen sehr schönen Blick auf die Altstadt Tallinns. Also so war die Stadt für mich am schönsten!

Touren in die Umgebung:

Pringi (Nordzipfel Tallin)

Pakri lighthouse

Eurovelo 10. Hübsch, ne?!

Keila-Wasserfall

Sehr, sehr witzig war mancher Abend an der Bar der Hostel-Lobby. Jacobinas Freund Connor (neben mir im Bild) war dort Mitarbeiter an Check-In und Bar. Was für ein irrewitziger Zufall in einer Millionenstadt…

Und jetzt gings auch mal langsam an die Konzertvorbereitungen. Per Hashtag konnte man das Social Media Team der Band auf sich seiner Vorfreude aufmerksam machen, um auch an die Bühnenwall vor Konzertbeginn gepinnt zu werden. Na, da bin ich ganz vorne mit dabei! Vorfreude ist ja mein zweiter Vorname.

Ein guter Anlass natürlich auch, um mitzuteilen, dass Jennifer Nettles bereits in Tallinn ist:

Look at the Tour T-Shirt, speziell designet von Matthias für meine Bühnen-Mission: „Estonia welcomes Bon Jovi 2019 in Europe!“

2. Juni: Konzert!

Ich habs mal wieder spielend leicht geschafft: Nr. 1. Niemand war demnach so beschränkt, bereits um 1°° nachts vorm Eingang auf einer noch am Vortag in einem Baumarkt gekauften Styroporplatte zu übernachten. Wirklich niemand des gesamten Baltikums. Ist ja auch kein Kunststück. Sogar die ersten Hardcore-BJ-Fanclub-Mitglieder kamen erst gegen 8°° Ja, aber da steckt man halt nicht drinnen, sag ich mir da immer. Und ich hab mir gedacht: Wenn BJ das allererste Mal überhaupt in Estland und sogar im Baltikum spielt, drehen die Fans dort am Rad. Und (nur) bei Konzerten gilt ja: Lieber zu früh als zu spät kommen 😉

Ich war wirklich geledert… Aber glücklich!

Vera aus Finnland, Dana aus Russland. Wir waren somit die ersten „normalen“ Fans. Also Nicht-Fanclubber, die einen anderen Eingang hatten und bevorrechtigt beim Einlass wurden.

Es versammelte sich sehr entspannt. Das war Stand 11°°…. In Deutschland würden die weiblichen Fans schon längst Jon-Bon-Jovi-Gruppengesänge zelebrieren… Irgendwie sehr ungewohnt. Aber ok. Solange sie später alle da sind….

Timur aus Sankt Petersburg. Anlassgerecht für ein BJ-Konzert mit Scorpions T-Shirt gekleidet. Die Russen gefallen mir immer wieder. Wir hatten uns auf couchsurfing.com fürs Konzert verabredet. Er hatte eine große Tüte selbstgemachter Holz-Anhänger mit dem Album-Cover Have a nice day einfach für jeden dabei. Das ist so groß!

Pjotr aus Russland kopierte hunderte Herzen mit dem Titel der Tour und des aktuellen Albums zum Verteilen für das Opener-Lied. So viel Liebe …

„This is the day I am waiting for.“ Ich erinnere mich leider nicht mehr an ihren Namen. Sie kam aus Lettland. Wir hatten uns ganz fein unterhalten. Und sie freute sich so sehr. Ich habe bisher in einer waiting line noch keinen mit solch einer Glückseligkeit ansteckenden Menschen getroffen. Ihr Mann ging nicht mit rein und hatte sie nur begleitet. Ich hatte das Glück, ein paar Meter neben ihr meinen Platz bekommen zu haben und ab und an zu ihr rüber zu schauen. So, wie ein erwachsener Mensch ganz still für sich von einer speziellen Magie des Moments eingenommen wird und einfach vor Freude strahlt und glücklich ist. Das war schon sehr erfüllend zu beobachten. Ein Highlight-Moment meines ganzen Trips.

Drinnen. Nachdem ich mir vorne in der 3. Reihe ein schickes Plätzchen ergattert hatte, hab ich bei einem entspannten Rundgang erst mal das Flair aufgesaugt. Fein, fein, fein…! Das Areal, das 1959 errichtet wurde, hat auch eine große geschichtliche Bedeutung. Mit der „singenden Revolution“ wurde dort die Unabhängigkeit von der Sowjetunion eingeleitet.

Nach den Vorgruppen Santa Cruz (Finnland) und Teerminator (Estland) war es dann endlich soweit:

Mein erstes Bon Jovi Konzert!!!

Pjotrs Herzen beim Opener „This house is not for sale“

This house was built on trust
That’s what it is, it always was
No wrecking ball could knock it down
This house was built on higher ground

I set each stone and I hammered each nail
This house is not for sale
Where memories live and the dream don’t fail
This house is not for sale
Coming home, I’m coming home

Sie kamen also doch noch alle: 42.500 Besucher!

Das Bühnenbild zur Show. Richtig, richtig gut!

God Bless This Mess

…und natürlich: Lay your hands on me. In Kathedralen-Optik. Jon Bon Jovi ging hier in den Graben und kam auch auf unsere Seite für handshakes und smiles. Das war eine Wellenbewegung von Fans. Yeah!

Everything you want is what I need
Your satisfaction is, um… guaranteed
But the ride don’t never ever come for free, no-oh-oh
If you want me to lay my hands on you

Lay your hands on me, lay your hands on me, lay your hands on me
All you got to do is
Lay your hands on me, lay your hands on me, lay your hands on me, yeah

…und natürlich zum Finale: Livin on a prayer


Was für ein schönes Konzert! Danke, Danke, Danke! Eine sehr stimmige Bandformation derzeit mit John Shanks (Rhytmus Gitarre), Everett Bradley (Percussion) und neben Hugh McDonald (Bass) sowie Phil X (Leadgitarre) erstmals neu in der Stammformation. Glücklicherweise hat das Wetter auch gut gehalten. Der erste Sommersonntag in Estland! Und ein perfekter lokaler Veranstalter. Who says… war absehbar nicht auf der Setlist. Macht nichts! Da muss ich halt unbedingt noch auf ne US-Hallentour. Leider, wie schlimm. Die blonde Perücke kommt also wieder!😎

Ich hab ja ziemlich wenig Reiseplanung gemacht. Aber die „offizielle“ After Show Party eines Tallinner Musikclubs zum Konzert hatte ich mir natürlich fest geplant.

Es war ein Punk Rock Club außerhalb der Altstadt. Live Musik gabs auch. Nach dem Konzert wurde weiter gefeiert. Es wurde viel gespielt. Außer Bon Jovi. Nur zum a weng Quatschen hab ich das Mädel an der Bar gefragt, warum eigentlich gar nichts von Bon Jovi gespielt wird, wenn es ne BJ-Party ist. „Hast Du im Facebook-Event gelesen, dass wir BJ spielen?“ – „Keine Ahnung, ich dachte halt..“ – „Nein, da steht nichts davon drinnen. Ich habe es selbst auf FB eingetragen. Ich mag kein Bon Jovi.“ SUPER!😂

Sensationell geile Nacht!

Tallinn ist doch schön!

Hüvasti Eesti!

Statt Zettel, Gesten und Anschreien auf der Bühne: Das war die Vorderseite meines T-Shirts. Für Jon Bon Jovi …. & all of you for your music!❤️

Einer meiner nächsten Lebensziel-Reisepläne steht übrigens schon fest: Bei einem ausgedehnten Konzert-Trip in den USA unbedingt ein Besuch des Gemeinschaftsrestaurants Jon Bon Jovi Soulkitchen in Redbank.

Ich freu mich schon auf diese Reisegeschichte!

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1 Kommentar

  1. Markus 18. Dezember 2020

    Was für´n geiler Wahnsinn!!! Wünsche Dir noch viele solche Erlebnisse!

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